07wolkenstimmung1.jpg
Aktuelle Seite: HomeExtrasGschichten vom HüttenwirtDienstag, 28. Oktober 2014 - wir schließen das Matrashaus-

Gschichten vom Hüttenwirt

Dienstag, 28. Oktober 2014 - wir schließen das Matrashaus-

Ganz überraschend hat es noch gestern Abend mit unserer Hüttenentsorgung geklappt.

Knapp vor Sonnenuntergang kam 
der Hubschrauber. Wir hatten schon die Säcke fertig gepackt, und mussten nur noch alles unten beim Hubschrauber an der Leine anhängen. Selten dass eine Hubschrauberversorgung so gut und problemlos klappt.
 
Also konnten wir heute am Dienstag gänzlich unbelastet vom Matrashaus absteigen. Letztes Jahr musste ich eine Woche später nochmal rauf auf die Hütte, weil der geplante Abtransport wegen zu starken Windes verschoben werden musste.
 
Auch unser Abstieg ging ohne Probleme. Zumindest im oberen Bereich am Gipfelplateau. Der Sturm hatte die alle Felsrücken frei geblasen und selbst dort wo der Schnee in den Mulden zusammen geblasen wurde, war er windgepresst und hart.
(Jeni kurz vor dem Schweizer Schartl)
 
Nach nicht einmal eineinhalb Stunden standen wir schon vor dem Kniebeißer, der uns auch keine Probleme machte. ich hatte zwar vorsichtshalber für uns die Steigeisen eingepackt, die waren aber nicht notwendig.
((der Kniebeißer - fast schneefrei)
 
Unten im Ochsenkar war aber zu erkennen, da lag wesentlich mehr Schnee. 
Und auch schon gleich am Ende vom Kniebeißer haben wir die Schneeschuhe angelegt. Ohne Schneeschuhe sank man teilweise weit über die Knie ein.
Hinter der Torsäule sahen wir zwei schwarze Punkte, die sich anscheinend mühsam durch den Schnee kämpften. Die beiden schwarzen Punkte entpuppten sich später als ein tschechisches Paar, das am Matrashaus übernachten wollte. Für die beiden wurde es von nun an wesentlich leichter, denn sie konnten unsere Abstiegspuren benutzen.
Je weiter wir abstiegen umso schlechter und schwieriger wurden die Verhältnisse. Der Schnee wurde immer mehr und vor allem auch tiefer. Ohne Schneeschuhe wäre es für uns zwei eine arge Plackerei geworden.
(im Felsenwirrwarr unter der Torsäule)
 
Diese Probleme hatten aber auch schon unsere Vorgänger. Man merkte es unter anderem daran, weil keine einheitliche Fussspur mehr zu erkennen war. Jeder hatte sich seine eigene Spur gesucht, und selbst das tschechische Paar war bis zu unserem Zusammentreffen nicht in der gleiche Spur gegangen.
Bergsteiger sind ja Individualisten und jeder ist für sich überzeugt den besseren Weg gefunden zu haben.
Nur in einem waren sich alle (auch wir) einig - der reguläre, markierte Weg ist keine gute Lösung. Deshalb waren dort auch überhaupt keine Spuren.
Jeni und ich blieben bis zum Ochsenriedl hauptsächlich auf dem Weg, der auch im Winter mit den Schiern benutzt wird.
 
Der unangenehmste Teil des Abstiegs war dann hinter der Torsäule über den Ochseriedl bis zur sogenannten Kaserstadt und hinüber zur Mitterfeldalm.
Die vorhandenen Spuren gingen kreuz und quer über den Ochsenriedl, teilweise wurde es schon fast gefährlich, weil die Karenfelder nur leicht vom Schnee überdeckt waren und man unheimlich aufpassen musste durch den Schnee nicht in so einer Felsspalte zu versinken.
 
In der unteren Hälfte des Ochsenriedl standen wir plötzlich vor einem Rätsel. Wir waren nicht ganz genau den Spuren gefolgt, sondern hatten uns mehr an den Originalweg gehalten, und sahen überhaupt keine Spuren mehr.
Keine einzige!
Das gibt es doch nicht, die müssen doch auch irgendwo rauf oder runter gegangen sein?
Ganz egal. Wir wissen hier sind wir richtig und mit den Schneeschuhen war für uns der Abstieg kein Problem. Selbst zwischen den nur leicht verschneiten Latschenbuschen versanken wir nicht.
 
(Jeni balanciert mit den Schneeschuhen zwischen den Latschenbuschen)
 
Unten am Beginn der Querung zur Mitterfeldalm, bei der Kasserstadt, löste sich das Rätsel für uns. Die Spuren kamen über die Schuttfelder unter den Mandlwänden herunter. Anscheinend waren sie weiter oben vom Ochsenriedl abgezweigt. Diese Variante kenne ich sonst nur vom Winter. Im Herbst liegt da normalerweise bei weitem nicht genug Schnee.
Das macht Hoffnung für den Winter, denn wenn kein massiver Wärmeeinbruch kommt, gibt das eine gute Unterlage für den Winter. 
Den hätten wir uns nach diesem Sommer aber auch verdient.
 
In der Mitterfeldalm trafen wir noch auf Hans und Maria. die beiden machten auch schon winterdicht.
Schneeschuhe brauchten wir jetzt keine mehr, denn Hans hatte den Weg zum Arthurhaus frei geräumt, um seine Sachen von der Mitterfeldalm abtransportieren zu können.
 
Unsere Sachen hatte der Hubschrauber am Parkplatz vom Arthurhaus abgesetzt, und wir mussten sie nur noch in den Anhänger einladen.
 
Das letzte Mal war ich Mitte August im Tal herunten.
In manchem zeigte ich schon Entzugserscheinungen.
Jetzt gibt es wieder alles - und im Überfluss. 
Also welchen Luxus soll ich mir als allererstes leisten?
Gummibären! Normalerweise bin ich ziemlich heikel was Gummibären betrifft. Ich suche mir die roten, weißen und im Notfall auch grünen raus. Gelbe und orange werden unerbittlich aussortiert.
Diesmal einfach nur Tüte aufgerissen, eine Hand voll gepackt und in den Mund geschoben. Gar nicht viel kauen, schlucken und rein mit der der nächsten Hand. 
Drei handvoll und mir war schlecht. Wie man sieht ist zuviel Luxus ungesund.
 

Anmeldung



Kontakt

 

Datenschutzerklärung

Roman Kurz
Hüttenwirt vom F.E. Matrashaus / Hochkönig
A-5505 Mühlbach, Austria
Tel. Hütte :   0043 6467 7566
Reservierungen bitte  über das Reservierungsformular !
 
 

Tel. Tal: +49 (0)8650-984733 (im Winter)

Für Reservierung/Stornierung benutzen Sie bitte unser Reservierungsformular (erreichbar über "Übernachtung >> Reservierungen").

Internet: www.matrashaus.at

Impressum

Datenschutzerklärung

 

Go to top