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Gschichten vom Hüttenwirt

24. September 2012 Tragisches Ende

In der Nacht von Montag auf Dienstag ist hier am Hochkönig, keine 200 Meter vor der Hütte eine Frau, ihr Name war Renate, ums Leben gekommen.
Renate war mit ihrem Partner Alex so gegen halb sieben am Abend aus dem Klettersteig ausgestiegen. Das Wetter hatte sich inzwischen dramatisch verschlechtert.
Die beiden kämpften sich durch den  Schneesturm Richtung Matrashaus. Renate war schon am Ende ihrer Kräfte, sie konnten aber keine Hilfe alarmieren weil es keine Handyverbindung gab.
Die beiden hatten in einer Felsnische vor dem Unwetter etwas Schutz gesucht, denn sie konnten nicht mehr weiter.
Um halb zehn Uhr nachts hatten sie zufällig Handyverbindung und haben mich auf der Hütte alarmiert.
 
Ich habe meine Sachen gepackt und bin ausgerückt um die beiden zu suchen. Keine 300 Meter von der Hütte entfernt fand ich die zwei.
 
Renate konnte nicht mehr gehen, war eigentlich schon im Delirium.
Mir war sofort klar, wenn Renate nicht möglichst schnell in die Hütte kommt, wird sie diesen Tag nicht mehr überleben. Ich versuchte ihr dicke Handschuhe und eine Mütze überzuziehen. Aber sie zog sich die Sachen wieder aus. Ich versuchte sie zur Hütte zu tragen, aber sie wehrte sich dagegen.
Ich bin wieder zurück zum Matrashaus um Hilfe zu organisieren.
 
 
Zu zweit haben wir versucht Renate mit der Gebirgstrage ins Matrashaus zu tragen, aber so gegen halb ein Uhr in der Nacht ist sie knapp vor der Hütte gestorben.
Wenigstens konnten wir ihren Freund noch retten.
 
Der nächste Tag begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Die Polzei versuchte die Tote mit dem Hubschrauber zu bergen, aber der Wind war für eine Hubschrauberbergung zu stark und sie mussten abbrechen.
 
 
Gemeinsam mit Alpinpolizei und Bergrettung trugen wir Renate zum Matrashaus. Obwohl es bei guten Verhältnissen normal keine 5 Minuten bis zum Matrashaus sind, brauchten wir über eine Stunde um Renate über das immer noch vereiste Gelände dort hinauf zu bringen.
 
 
Dort liegt Renate jetzt und wartet auf ihren Abtransport.
Wir haben für Renate eine Totenkerze aufgestellt.
Sie konnte erst 3 Tage später vom Polizeihubschrauber abgeholt werden.
 
 
Heute morgen um dreiviertel sieben klingelt das Telefon:
"Grüß Gott ich möchte für meinen Mann ein Zimmer reservieren, er wird es aber nicht bis fünf Uhr am Abend schaffen, weil wir sind aus dem Bayrischen Wald, und er fährt jetzt nachher erst los, und kann erst um Ein Uhr am Arthurhaus losgehen"
"Es hat einen Grund warum wir nicht länger als bis 17:00 Uhr reservieren, und ich kann ihrem Mann nur dringend abraten so spät loszugehen!" habe ich zu der Frau am Telefon gesagt.
" Mein Mann ist 74 Jahre alt und hätte schon gerne ein Zimmer."
"Gute Frau, wenn ihr Mann 74 Jahre alt ist und erst um eins am Arthurhaus los geht schafft er es nie bis fünf zu uns auf's Matrashaus. Dann hat er keinerlei Zeitreserve nach hinten. Was ist denn, wenn er irgendwelche unvorhergesehenen Probleme bekommt?"
"Mein Mann ist beim Alpenverein und Watzmann Besteiger. Überall steht die Gehzeit ist 4 bis 5 Stunden.“ „Vielleicht schafft er es ja schon um zwölf zum losgehen." Möchte die Frau mit mir verhandeln.
 
Liebe Leute,Ihr könnt mit dem Hüttenwirt verhandeln, ob er Euch auch nach 17:00 Uhr ein Zimmer reserviert, Ihr könnt mit mir auch noch darüber verhandeln ob ich Euch spät abends noch eine warme Suppe koche, aber ihr könnt weder mit dem Berg noch mit dem Wetter verhandeln!
Und schon gar nicht über die Zeit. Das Wetter hält sich nicht immer an den Wetterbericht.
Und ein Unwetter interessiert es nicht wenn ihr eine lange Anfahrt habt.
 
Auch Renate und Alex hatten vorher beim mir am Matrashaus angerufen. Sie sind erst gegen dreiviertel neun Uhr unten losgegangen. Diese zwei Stunden zu spät haben letztlich zu diesem tragischen Unglück geführt.
Zum Glück gehen die allermeisten Fälle von zu spätem  losgehen meistens noch gut aus.
Aber wenn doch nicht, dann enden solche Vorfälle oft tragisch.

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Roman Kurz
Hüttenwirt vom F.E. Matrashaus / Hochkönig
A-5505 Mühlbach, Austria
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