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Gschichten vom Hüttenwirt

2.Juli 2012 Nächtliche Bergungsaktion im Birgkar

Am Sonntag nachmittag so gegen vier Uhr kommen drei Ungarn aus dem Klettersteig zu uns auf die Hütte.

Das Wetter schaut nicht

so besonders gut aus, von Westen ziehen immer mehr dunkle Wolken auf und auch laut Wetterbericht sollte man mit zum Teil heftigen Gewittern rechnen.

Die drei waren augenscheinlich unentschlossen was sie machen sollten. Sie sahen schon ziemlich erschöpft aus. Ihr Auto stand unten am Dientet Sattel, deshalb wollten sie auch übers Birgkar absteigen.

Ich habe ihnen aber dringend abgeraten um diese Zeit und bei dem Wetter durchs Birgkar runter zu gehen.

Hören wollten sie natürlich was anderes von mir. Der Normalweg zum Arthurhaus ist zwar nicht länger wie der Weg durchs Birgkar, aber vom Arthurhaus muss man wieder zurück zum Dientener Sattel.

Das ist ist kein Problem, wenn man früh genug dran ist. Jetzt bis Mitte September geht der letzte Wanderbus vom Arthurhaus zum Dientener Sattel um Viertel nach Sechs Uhr.

Aber mit 3-4 Stunden Abstieg sollte schon gerechnet werden, und das hat um vier Uhr nachmittags nicht mehr gereicht.

Ich hab' die Drei dann aus den Augen verloren, weil das Wetter auch schlecht geworden ist. So hab# ich also nicht gewusst wo die drei runter gegangen sind.

Abends um halb sieben sah ich noch zwei Leute aus dem Klettersteig aussteigen. Die beiden sind weiter Richtung Teufelslöcher gegangen. Genau so hat vor drei Wochen die Geschichte mit den 9 Ungarn begonnen. Aber die beden hatten anscheinend mehr Glück, denn von ihnen habe ich nichts mehr gehört.

Ganz anders bei den dreien vom Nachmittag.

Abends kurz vorm Finster werden ruft die Bergrettung an. Sie haben einen Anruf bekommen. Drei Leute sitzen im Birgkar fest. So wie es ausschaut sind sie zwar unverletzt, trauen sich aber nicht mehr weiter.

Schnell war klar, das waren die 3 Ungarn vom Nachmittag. Einer der drei ist im oberen Teil auf einem Schneefeld ausgerutscht, konnte sich selbst aber wieder fangen. Er hatte Riesenglück, denn im Birgkar ist fast alles Absturzgelände wie die vielen Toten der letzten Jahre zeigen.

Die Bergrettung Mühlbach ist noch in der Nacht zu den dreien aufgestiegen und hat sie runter ins Tal gebracht.

Das letzte Schneefeld, dort wo man eigentlich schon unten ist mussten sie die Drei am Seil ablassen, weil ohne Steigeisen war da nicht gefahrlos runter zu kommen.

Die drei Ungrn hatten Glück weil nicht mehr passiert ist. Billiger wäre es sicher gekommen, vom Arthurhaus mit dem Taxi zum Dientet Sattel rüber zu fahren.

Jeden Tag werde ich von den Klettersteiggehern gefragt, wie der Abstieg durchs Birgkar ist. Ich rate bei den meisten vom Birgkar ab.

Entweder liegt noch Schnee drinnen, dann besteht Absturzgefah auf den Schneefeldern. Sobald der Schnee weg ist, ist der Steinschlag das Hauptproblem.

Dazu bewegt man sich im Birgkar fast den ganzen Abstieg dauernd im Absturzgelände. Viele sind nach dem Königsjodler erschöpft und unkonzentriert. Da passiert schnell einmal was. Und im Birgkar kann schon ein einziger Fehler tödlich enden.

Für erfahrene Bergsteiger, die sich auch im Schrofengelände und in steilen Schneefeldern sicher bewegen, ist der Abstieg durchs Birgkar sicher der kürzeste Weg zurück zum Dienten Sattel.

Aber mir zeigt die Erfahrung halt, dass viele eben nicht die nötige Erfahrung haben, und da ist der Normalweg zum Arthurhaus einfach der sicherere Weg.

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Roman Kurz
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