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Gschichten vom Hüttenwirt

6. 10.11 immer wieder Königsjodler

Vorgestern Abend, so gegen halb sechs läutet das Telefon: "ich steh' jetzt gerade beim Notausstieg vom Königsjodler. was soll ich machen? Weitergehen oder über den Notausstieg aussteigen? "


Natürlich aussteigen!
Nicht umsonst steht am Anfang des Kletterstges ein Schild:
Nicht später als 11:00 Uhr einsteigen !
Das gilt besonders im Spätherbst, wenn es früh dunkel wird.

Gestern Abend, wieder so gegen halb sechs Uhr - diesmal ruft aber eine Mutter an. Drei Burschen sind am Klettersteig, einer von den dreien kann nicht mehr weiter, ich soll doch bitte die Bergrettung informieren.
Die drei sind in der Nacht aus Deutschland angereist, und sind erst gegen Mittag in den Königsjodler eingestiegen. Bis zum Notausstieg haben sie ca. drei bis dreieinhalb Stunden gebraucht . Am Kummetstein bekam dann einer der drei Kreislaufprobleme und konnte nicht mehr weiter. Der Hubschrauber hatte bei der Bergung einige Probleme, weil durch die nahende Schlechtwetterfront der Wind ziemlich stürmisch geblasen hat.

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Nachdem der Hubschrauber den Verletzten geborgen hatte, sind die anderen beiden über den Klettersteig ausgestiegen. Dort sind sie in der hereinbrechenden Dunkelheit auf einen einzelnen Bergsteiger getroffen, der aus dem Steinernen Meer gekommen ist. Gemeinsam kamen sie dann im Finstern am Matrashaus an.

Die drei aus dem Klettersteig hatten nochmal Glück gehabt, denn wäre der Wind noch ein wenig stürmischer gewesen, hätte der Hubschrauber den Verletzten nicht bergen können, und es wäre für die drei eine kalte Nacht auf dem Kummetstein geworden.

Der Beste war aber der einzelne Spätankömmling aus dem Steinernen Meer.
Am Abend konnte ich mir noch anhören, dass meine Zeitangabe für die Strecke Torscharte Matrashaus nicht stimmt.
Auf meiner Homepage steht für die Strecke Matrashaus bis Torscharte eine Zeit von zwei bis zweieinhalb Stunden. Er hat aber fast fünf Stunden gebraucht. Also die Schlussfolgerung: die Zeitangabe auf der Homepage ist falsch.
Zum einen liegt die Torscharte rund 700 Meter tiefer als das Matrashaus. Es macht einen Unterschied, ob man diese Strecke rauf oder runter geht. Runter geht's meistens schneller als rauf.
Zum anderen: meine Zeitangaben sind Erfahrungswerte die für die meisten Leute stimmen. Sollte jemand wesentlich schneller oder langsamer sein, liegt es im allgemeinen nicht an den Zeitangaben, sondern an der Kondition des Bergsteigers.


Am nächsten Morgen kam es noch zu folgendem Gespräch:
"Der Abstieg zum Birgkar stimmt auch nicht ! "
"Wieso? Dort wo du die anderen beiden vom Klettersteig getroffen hast, geht es das Birgkar runter!"
"Nein - zum Birgkar geht's da nicht runter"
"Glaub' mir, ich hab' euch gestern noch im Fernglas gesehen, und ich weiß wo's Birgkar runter geht."
"Nein - ich hab ein Foto gemacht!"
Er holt den Fotoapparat raus, und zeigt mir ein Bild von den Teufelslöchern.
"Das sind die Teufelslöcher. da geht es nicht das Birgkar runter, sondern nach Hinterthal."
"Nein, das sind nicht die Teufelslöcher, sondern das Birgkar. Ich hab auch noch ein Foto von den Teufelslöchern."
Er drückt ein paar Tasten an seiner Digitalkamera, und zeigt mir ein Bild von einem Felsloch im Aufstieg zum Hochseiler.
"Jetzt pass mal auf: wo du glaubst das sind die Teufelslöcher, das ist ein kleines Felsloch im Aufstieg zum Hochseiler. Die Teufelslöcher sind dort, wo du meinst es ist das Birgkar. Und übers Birgkar geht es da, wo du die anderen vom Klettersteig getroffen hast."
Und jetzt glaub mir einfach, denn ich weiß von was ich rede"
Nur widerwillig kommt diesmal kein Widerspruch, denn meine Aussagen decken sich überhaupt nicht mit seiner Vorstellung.

Es kommt auch bei mir im unbekannten Gelände gelegentlich vor, dass sich die Realität (Gelände) nicht mit meiner Erwartung und Vorstellung deckt.
Ich habe die Erfahrung gemacht, es ist besser meine Vorstellung zu überdenken, als die Realität zu bezweifeln. Das erleichtert die Orientierung ungemein.

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Roman Kurz
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